Geschichte der Türkei

 

 Jahr Ereignis
Ca. 7. Jahrtausend v. Chr.  Auf dem Gebiet der heutigen Türkei entstehen die ersten stadtähnlichen Siedlungen aus Lehmbauten. Bekannte Funde dieser Zeit gibt es noch heute bei u.a. Catal Höyük (Konya Ebene) zu besichtigen. 
Ca. 3. Jahrtausend v.Chr.  Wachsender Wohlstand der Siedlungen durch regen Handel. 
1200-600 v.Chr.  Griechische Stämme kolonisieren die Region und unterwerfen die einheimische Bevölkerung. Sie entwickeln Philosophie, Mathematik, Astronomie und das Griechische Alphabet. Die ionische Ordnung des Tempelbaus entsteht in dieser Zeit und mit dem Tempel der Artemis in Ephesos (bei Selcuk, nahe Izmir) wurde um 580 v. Chr. der größte Tempel der Antike gebaut. 
546-334 Die Perser erobern das Gebiet  der Türkei
334 Alexander der Große erobert das Persische Reich durch zwei große Siege, bei Garnikos und bei Issos, in weniger als einem Jahr. Beginn des Hellenismus. 
Ab 323 Alexander stirbt und seine Heerführer teilen das Land unter sich auf. Die griechische Plastik erlebt ihren Höhepunkt, bekannte Werke wie der Pergamon Altar, die Nike von Samothake und die Laokoon Gruppe entstehen. 
Ab 133 König Attalos III von Pergamon stirbt und vermacht seine Stadt den Römern, die Pergamon als Ausgangspunkt für die Eroberung Anatoliens nutzen. Unter der Regierung Kaiser Augustus beginnt für die kleinasiatischen Städte eine fast 300 jährige Blütezeit (Pax Romana). Viele der noch heute zu besichtigen antiken Tempel, Prachtstraßen, Theater etc. entstehen in dieser Zeit. 
Ab ca. 50 n.Chr.  Die erste christliche Mission nach Kleinasien findet statt, das Christentum bleibt jedoch vorerst neben ägyptischen und persischen Kulten nur eine Religion unter vielen. 
330 Kaiser Konstantin verlegt den Regierungssitz nach Nea Roma (später Konstantinopel, heute Istanbul). 
394 Das Römische Reich wird geteilt, Kleinasien wird Kernland des Oströmischen (Byzantischen) Reichs. Griechische Kultur und Sprache, römisches Recht und Verwaltung sowie christlicher Glaube werden Staatsgrundlagen des Byzantischen Reichs. 
Ab 1071 Das Heer der Seldschuken (türkische Nomaden die vor den Mongolen aus zentral Asien fliehend um 1000 den Islam als Glauben angenommen hatten) schlägt die Byzantiner und übernimmt Anatolien. Mit Kreuzzügen versucht das Abendland die an den Islam verlorenen Stätten zurück zu erobern 
1300-1453  Die Osmanen werden mächtiger und stellen eine zunehmende Bedrohung für das Byzantische Reich da. 1453 löst das Osmanische Reich das Byzantische endgültig ab. 
1520-1566  Das Osmanische Reich ist auf dem Zenit seiner Macht, hat seine größte Ausdehnung erreicht und erlebt seine kulturelle Blütezeit. Danach setzt schleichender innen- und außenpolitischer sowie wirtschaftlicher Zerfall ein. 
Ab 1800  Der Nationalismus hat wachsenden Einfluss auf die Völker des Osmanischen Reiches die zunehmend nach Eigenständigkeit Verlangen. Ab 1830 werden mehr und mehr Staaten unabhängig. 
1912/13  Im Balkankrieg verliert das Osmanische Reich große Gebiete. 
1914-1918  Die Osmanen kämpfen an der Seite Deutschlands im Ersten Weltkrieg und verüben während diesem den Genozid an den Armeniern. Nach einer vollständigen Niederlage müssen sie die Besetzung und Zerstückelung des Reiches durch die Alliierten Gegner akzeptieren. 
1919-1922  Mustafa Kemal Pasa (später Atatürk = Vater der Türken) sammelt in Samsun Truppen zusammen und ruft als Präsident der Nationalversammlung zum Unabhängigkeitskrieg auf. 1921 ziehen sich die Alliierten nach Verlusten zurück. 
1923 Im Vertrag von Lausanne wir die Türkische Republik als Nationalstaat in den heutigen Grenzen anerkannt. Ankara wird die neue Hauptstadt von der aus Atatürk als neuer Staatspräsident autoritär regiert. Seine Wirtschafts- und Sozialreformen, bekannt als Kemalismus, bauen auf den sechs Prinzipien Republikanismus, Nationalismus, Populismus, Etatismus, Reformismus und Laizismus auf. Um aus der Türkei einen westeuropäisch geprägten Staat zu machen, werden u.a. das Kalifat, der Derwisch Orden und die Scharia Gesetzte abgeschafft und im Gegenzug die lateinische Schrift und der Gregorianische Kalender eingeführt. Als Folge des türkischen Einheitsgedanken Atatürks wird den Kurden die kulturelle Existenz verweigert. 
1945 Die Türkei wird Gründungsmitglied der UNO und strategischer Partner der USA gegen die Sowjetunion. 
1950 Die einstmalige Staatspartei Atatürks verliert nach dessen Tod 1938 und der Einführung des Mehrparteiensystems 1946 die ersten freien Wahlen. 
1952 Die Türkei tritt der NATO bei. 
1960er und 1970er  Nach antidemokratischen Maßnahmen der Regierung folgen Studentenrevolten und ein Staatsstreich der links-kemalistischen Offiziere. Die Unruhen in der Bevölkerung lassen nicht nach und das Militär sieht sich mehrere Male gezwungen in die Politik einzugreifen um seinen pro-westlichen und laizistischen Kurs zu verteidigen. Mehrere aufeinanderfolgende Regierungen kriegen die zunehmenden Krisen und inneren Konflikte nicht in den Griff. 
1974 In Zypern putscht sich eine griechisch–zypriotische Organisation an die Macht und setzt sich für eine Vereinigung Zyperns mit Griechenland ein. Türkische Truppen besetzten daraufhin den nördlichen Teil der Insel (in dem eine türkische Minderheit lebt), Zypern wird geteilt. Die Türkei erkennen den nördlichen Teil an, der Rest der Welt den anderen. 
1984 - 1999 Die türkischen Kurden kämpfen mit Gewalt für einen eigenen Staat. Die 1978 von Abdullah Öcalan gegründete PKK (Arbeiterpartei Kurdistan) verübt gewalttätige Anschläge. 
2000 - 2002 Eine schwere Finanzkrise erschüttert das Land und die AKP (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, pro-islamisch) gewinnt die Wahlen. Ihr Parteiführer Recep Tayyip Erdogan wird allerdings erst 2003 Regierungschef. Er ist Befürworter des EU Beitritts der Türkei, schafft die Todesstrafe ab, gibt den Kurden mehr Rechte und ist verantwortlich für die Erholung der wirtschaftlichen Lage. (2007 Wiedergewählt). 
2005 Die EU nimmt Beitrittsverhandlungen mit der Türkei auf.