Kulinarisches in der Türkei

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Auch wenn jeder wohl beim Stichwort Türkei automatisch an Döner Kebab, Lamacun und Pide denkt, die Türkei hat weit mehr zu bieten als nur die hiesig bekannten Gerichte. Gekocht wird mit Augenmerk auf die Frische der Zutaten und nach alten Rezepten die so vielseitig sind wie die Einflüsse die im Laufe der Zeit auf die Türkei eingewirkt haben. Nicht nur, dass es eine schier unerschöpfliche Auswahl an Rezepten gibt, Essen und Trinken gehören auch einfach überall selbstverständlich dazu, denn Essen ist eine gesellschaftliche Angelegenheit.

In ländlichen Gegenden isst man zweimal am Tag, am frühen Mittag und am frühen Abend, und sitzt noch traditionell auf dem Boden um einen flachen Tisch. In den Städten hat man sich inzwischen der westlichen Esskultur angenähert, ißt dreimal am Tag und sitzt um einen normal hohen Tisch.

 

Zum Frühstück ißt man traditionell Brot mit süßen Aufstrichen wie Honig oder Marmelade und dazu Oliven, Ei, Gurke, Tomaten und  Käse und trinkt literweise gesüßten Schwarztee.


Zum Mittagessen ißt man schlicht eine einfache Suppe, meinst Linsensuppe.
 

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Abends beginnt man mit einer Vorspeisenplatte mit warmen und kalten kleinen Häppchen wie z.B. gebackene Teigtaschen und eigelegtes oder mit Fleisch oder Reis gestopftes Gemüse. Als Hauptgang isst man Fleisch, entweder als Kebab oder als Fleischbällchen, mit verschiedenen Gemüsen und Soßen. Am beliebtesten sind Rindfleisch und Lamm, in der Nähe der Küste auch Fisch und Meeresfrüchte (Schweinefleisch wird aus Glaubensgründen nicht gegessen).


Die Nachspeise ist für die "süßen" Türken unverzichtbar, für unsere Verhältnisse allerdings sehr süß. Bekannt ist Baklava, ein in Sirup getränktes Gebäck, gern gegessen werden aber auch verschiedene Milchspeisen wie Pudding oder Kompotte mit Nüssen.

 

Für Vegetarier gibt es eine reiche Auswahl an Vorspeisen sowie Eintöpfe und Aufläufe, die kein Fleisch enthalten. Nachfragen lohnt sich, meist gibt es mehr Auswahl als gedacht.

 

Zwischendurch knabbert man Nüsse und getrocknete Früchte, die man überall an kleinen Ständen kaufen kann. Auch beliebt sind Sesamringe und im Sommer eine große Auswahl an frischen, aufgeschnittenen Früchten.

 

Tee trinkt man den ganzen Tag über in ungeheuren Mengen aus den feinen kleinen Tulpengläsern. Unterscheiden tun sich die Tees vor allem in der Menge an Zucker die ihnen bei der Zubereitung beigemischt wurde, ungesüßten Tee wird man kaum finden. Auch wenn viele Touristen den Instant Apfeltee als typisches türkisches Getränkt lieben, die Einheimischen würden diesen selbst nicht trinken.


Kaffee gibt es gesüßt und ungesüßt, ist aber weit weniger beliebt als Tee, auch wenn sich das in den letzten Jahren etwas geändert hat.


Bekannt aus vielen heimischen Dönerläden ist auch der Ayran, eine Mischung aus Wasser, Salz und Joghurt, den die Türken oft zum Essen trinken.

 

Obwohl die Türkei ein Muslimisches Land ist, haben die Türken allgemein ein recht entspanntes Verhältnis zum Alkohol. Sich in der Öffentlichkeit betrinken sollte man aber dennoch nicht, Türken reagieren hierauf nicht gerade begeistert. In den konservativeren Regionen des Landes ist es auch noch nach wie vor schwierig an Alkohol zu kommen und teilweise muss man lange suchen bis man ein Lokal findet das Alkohol ausschenkt. Im konservativen Konya z.B. sollte man mit gewissen Problemen rechnen, in den touristischen Küstenregionen im Gegensatz kann man inzwischen fast überall Bier und Wein bestellen, Hochprozentiges gibt es allerdings meist nur in teureren Restaurants. Die Türken selbst trinken gerne das heimische Bier Efes oder Raki, ein dem griechischen Ouzo ähnlicher Schnaps, den die Einheimischen zur Hälfte mit Wasser auffüllen.


Weinliebhabern wird empfohlen direkt in die Anbaugebiete Ürgüp in Kappadokien oder auf die Insel Bozcaada an der Ägäisküste zu fahren. Wer dafür nicht die nötige Zeit oder Muße mitbringt, sollte sich an die Weinanbieter Doluca und Kavaklidere halten die für türkische Verhältnisse in der Regel ganz passable Weine zu bieten haben.