Kappadokien

File 665Als Kappadokien wird das Hochland und Gebirge im östlichen Teil Inneranatoliens, vor allem das Gebiet rund um den Fluss Kizilirmak, verstanden. Im Allgemeinen ist Kappadokien sehr trocken und relativ unbewohnt, der Süden mit seinen fruchtbaren vulkanischen Böden allerdings ist weit dichter besiedelt und es wird Obst, Gemüse und der bekannte Kappadokische Wein angebaut.

File 872Die zerklüftete Tuffsteinlandschaft, die heute das typische Aussehen Kappadokiens ausmacht, entstand durch abertausende Jahre Erosion der unterschiedlich harten Gesteine, die vor mehreren 10 Millionen Jahren bei Vulkanausbrüchen ausgespien wurden. Die dabei entstandenen Felsformationen, in die Luft ragende Kegel, zerklüftete Felsen und tiefe Schluchten, machen die Kappadokische Landschaft zu einer unbeschreiblichen Wunderwelt, die es so wohl nur einmal gibt. Als am schönsten gilt heute die Ecke zwischen Avanos, Ürgüp und Nevsehir. Wie die Zukunft aussehen wird, ist ungewiss, denn durch fortschreitende Erosion stürzen alte Formationen ein und entstehen mit der Zeit immer neue.

In diesen weichen aber stabilen Tuffstein haben die Bewohner Kappadokiens schon lange ihre Wohnungen, ja selbst ganze Dörfer, gegraben. Es wird vermutet, dass bis heute überhaupt nur ein Teil der existierenden Höhlen entdeckt wurde und damit noch eine unbekannte Zahl unentdeckter Schätze im Boden Kappadokiens schlummert.

Im Nachfolgenden einige der Orte, die man sich bei einer Kappadokien - Reise auf keinen Fall entgehen lassen sollte:

Der Besuch Derinkuyus ist ein absolutes Muss, denn unter dem eigentlichen Dorf wurde vor einigen Jahrzehnten die größte bisher bekannte unterirdische Höhlenstadt Kappadokiens entdeckt. Unter der Erde findet man auf einer Fläche von 4 km2 ein weit verzweigtes Netz aus Höhlen, Gängen, Speichern und sogar einem vollständigen Kloster. Belüftet wurde die Stadt durch ein komplexes Luftschachtsystem, welches gleichzeitig als Brunnen diente.

Ein einzigartiger Anblick ist auch das Höhlenkirchental im Göreme-Nationalpark, dass von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt und unter besonderen Schutz gestellt wurde. Dieses als Göreme Freiluft Museum bekannte Tal bietet dem Besucher mehrere zu besichtigende unterirdische Kirchen und Kapellen, eingebettet in die einzigartige kappadokische Felsenlandschaft.

Eine weitere Besonderheit Kappadokiens ist die 15km lange Ihlara-Schlucht, die von manchen der „Türkische Grand Canyon“ genannt wird. Das Gebiet rund um dieses Naturwunderwerk ist geradezu für Wanderungen gemacht, allerdings existieren bisher weder genaue Karten noch gut ausgeschilderte Wege und man sollte sich vorher genau über die möglichen Routen informieren.

Auch Uchisar ist immer einen Besuch wert, nicht nur wegen seines gemütlichen und, im Gegensatz zu den anderen, touristisch wesentlich überlaufeneren Orten, schon fast dörflichen Flairs. Ein Besuchermagnet für sich ist vor allem die oberhalb des Dorfes sich 60m hoch erhebende Felswand, durch die sich ein Labyrinth an Gängen und Räumen windet, welches früher bis zu 1000 Bewohnern Platz bot.  In der Abenddämmerung, wenn die kappadokische Landschaft in pastellfarbenes Licht getaucht wir, bietet sich einem von den obersten Räumen eine fantastische Sicht auf die umliegenden Dörfer, Täler und Felsenformationen.