Anamur

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Anamur ist eine von der Landwirtschaft geprägte Kleinstadt etwa 130 km östlich von Alanya. Unter türkischen Touristen ist sie bekannt als eher ruhiger Bade- und Ferienort mit flachen Kiesstränden und kindgerechtem schwachen Wellengang. Abgesehen von der normalen Infrastruktur, einem Archäologischen Museum mit Funden der nahegelegenen antiken Stätten und einigen Ferienhäusern und Hotels, hat Anamur nicht viel zu bieten. Möchte man als Reisender den typischen türkischen untouristischen Kleinstadtflair erleben, kommt man ab besten wenn Markttag ist, denn dann herrscht in Anamur geschäftiges Treiben. Ansonsten, vor allem außerhalb der Hauptsaison, wenn die Touristen wieder weg sind, ist es hier wie ausgestorben, böse Zungen sagen, langweilig.

File 860Bekannt ist Anamur folglich nicht ihretwegen, sondern auf Grund ihrer günstigen Lage als Ausgangspunkt für Touren zur ca. 7km entfernten Burg Mamure und der nur unwesentlich weiter in der entgegengesetzten Richtung liegenden byzantischen Stadt Anamurium. Beide sind leicht mit dem Auto zu erreichen. Schöner ist eine Fahrradtour oder ein Strandspaziergang zu den am Wasser gelegenen Stätten.

Schon weit früher gegründet, stammen die Ruinen, die man heute bei Anamurium, am südlichsten Punkt Kleinasiens gelegen, besichtigen kann, vor allem aus der Zeit um das 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus. Nicht nur die Ruinen selbst, auch die Größe der Stadt und die Mythen die sich um ihren ungeklärten Untergang ranken, machen Anamurium so faszinierend. Heute noch findet man hier Überreste von Befestigungsanlagen, Theatern, Thermen, einem Aquädukt, einer Zitadelle und zahlreiche spätantike Mosaike. Es empfiehlt sich bei der Besichtigung feste Schuhe und lange Hosen zu tragen, denn zwischen den Ruinen wächst teilweise dichtes Gestrüpp.

Die im 13. Jahrhundert von den Armeniern erbaute Burg Mamure ist die größte und die am besten erhaltene Burg, die man heute am Mittelmeer finden kann. Durch ihre Lage direkt am Meer und ihren beeindruckend guten Zustand weckt die Burg im Besucher das Gefühl von mittelalterlicher Ritterromantik, was man sonst bei wohl kaum einer verfallenen Burg so erleben kann. Von ihren 36 Türmen, die noch allesamt vollständig erhalten sind und die man zum Teil auch noch erklimmen kann, bieten sich atemberaubende Blicke übers Meer.

Im Hinterland von Anamur gibt es zahlreiche Höhlen, in denen man Tropfsteine bewundern kann und die angebliche Heilkräfte haben. Die größte, Kösekbugu Magarasu, ist 500qm groß hilft, so geht die Sage,  gegen Asthma und Unfruchtbarkeit.