Hierapolis

File 656Hierapolis, einige hundert Meter außerhalb Pamukkales, liegt ca. 20km nördlich von Denizil in Westanatolien. Um 190 vor Christus gegründet, gilt die riesige Ruinenstadt Hierapolis heute nicht nur als eines der beliebtesten Reiseziele in der Türkei, Hierapolis wird auch als einmaliges Kulturgut von der UNESCO besonders geschützt.

File 755Von der ursprünglichen Stadt Hierapolis ist heute nur noch das Theater erhalten, der Rest wurde bei einem Erdbeben zerstört und um das 2. und 3. Jahrhundert nach Christus neu aufgebaut. Hierapolis gelangte zu Reichtum durch seine Wollproduktion, zu Bekanntheit allerdings als Kurort, der den Gästen nicht nur heiße Quellen, sondern auch Unterhaltung bot. In den Ruinen der alten Therme befindet sich heute das Museum von Hierapolis.

Die Fülle an Ruinen, die Hierapolis zu bieten hat, kann man schwerlich in ein paar Stunden bewundern, auch wenn die meisten Besucher nur eben diese Zeit für ihren Aufenthalt einplanen. Wer in den Flair aus vergangenen Zeiten und die besondere Mischung aus jüdischer, frühchristlicher, heidnischer und römischer Kultur, die sich einem hier bietet, eintauchen möchte, sollte definitiv einen ganzen Tag an Zeit mitbringen.

Das älteste Gebäude das noch zu bewundern ist, ist das für 12.000 Zuschauer ausgelegte römische Theater, von dem Teile der Bühne und der Ränge erstaunlich gut erhalten sind. Kurz unterhalb des Theaters liegen zu Füßen des Hügels die Überreste eines Apollotempels, von dem heute, außer des Fundaments, kaum noch etwas erhalten ist. Wie in Delphi gab es auch hier ein Orakel deren Priester bei der nahegelegenen giftigen Quelle nach Inspiration suchten. Nach einigen Todesfällen ist die Quelle jedoch heute verschlossen, denn aus ihr steigen noch immer giftige Gase auf.

Von Touristen eher selten besucht, aber nicht weniger beeindruckend, ist die Grabkirche des Apostels Philippus auf dem Hügel. Der Aufstieg lohnt in jedem Fall, schon allein auf Grund der Aussicht die sich einem von hieraus über das riesige Ruinenfeld Hierapolis bietet. An der westlichen Seite des Hügels befindet sich ein riesiger Marktplatz, der von Säulengängen aus Marmor und einer Basilika umrandet war, heute aber kaum noch zu erkennen ist. Nicht versäumen sollte man auch die sich über Kilometer erstreckende Begräbnisstätte vor allem im Norden Hierapolis, die als eine der besterhaltensten und mit ihren mehr als 1000 Gräbern sicher auch größten Anatoliens gilt. Dem Besucher bietet sich hier eine scheinbar unerschöpfliche Fülle an ungewöhnlichen Gräbern, von Steinsagrophargen über Grabhügel bis zu kleinen Tempelchen.