Pergamon (Bergama)

File 710Bergama, eine Kleinstadt ca. 100 km nördlich von Izmir und ca. 30 km von der Küste entfernt, ist der Ausgangpunkt für Touren zur nahegelegenen hellenistisch-römischen Residenz und Königsstadt Pergamon.
 

Folgt man in Bergama einige Kilometer der Straße in Richtung Norden, kommt man zur Akropolis der antiken Stadt Pergamon. Gebaut zwischen 400 bis 200 vor Christus, gelangte Pergamon u.a. zu Ruhm aufgrund seiner bekannten Schule für Medizin. Von weit her kamen die Menschen damals um hier durch die Macht der Götter und das Wissen der Ärzte geheilt zu werden. Auf der Akropolis findet man auch heute noch die Überreste des bekannten Pergamonaltars, der dem Zeus geweiht war und mit seiner U-Form und der großen Freitreppe, die zum Altar hinauf führte, in der damaligen Zeit ein monumentales Erscheinungsbild gewesen sein muss. Viele der Überreste sind heute im Pergamonmuseum in Berlin ausgestellt.

File 707Beeindruckend sind aber auch die Ruinen des Athena Tempels, des ältesten Gebäudes der Akropolis, zu der früher einmal eine riesige Bibliothek gehörte, sowie der Dionysos Tempel und der Tarjan Tempel mit seinen riesigen marmornen Säulenkonstruktionen. Die Tempel sind unterschiedlich gut erhalten, bei allen ist jedoch so viel erhalten, dass der Besucher die damaligen Dimensionen erahnen kann. Unbedingt besuchenswert sind auch die alten römischen Bäder und die alten Stadthäuser, deren Mosaikböden in mühevoller Kleinstarbeit restauriert wurden. Ein einmaliger Anblick ist auch das antike römische Theater, das in den Hügel hinein gebaut wurde und deshalb besonders steile Ränge hat. Umgeben war die ganze Akropolis ehemals wie heute von einer riesigen Verteidigungsmauer.
 

Mitten in Bergama selbst stehen die mächtigen Ruinen der sogenannten Roten Basilika oder Roten Halle, eines um ca. 200 nach Christus erbauten ägyptischer Tempel für die Götter Isis, Hippokrates und Serapis. Zwar fehlt das Dach, aber die hohen Wände, die majestätisch in den Himmel ragen, lassen noch heute beim Betrachter das Gefühl von Ehrfurcht aufkommen und vermitteln eindrücklich, warum der Tempel zu damaliger Zeit als einer der sieben Tempel der Apokalypse zählte. Seine enorme Höhe war auch der Grund, warum nicht der Tempel selbst zu einer Kirche umgeformt wurde, sondern eine Basilika in den ursprünglichen Tempel hinein gebaut wurde.
 

Der alten Bazar Straße vom Parkplatz in Bergama einige Kilometer nach Westen folgend, stößt man auf die Überreste des Asklepios Tempel. In den Ruinen eingemeißelt kann man noch die zu antiken Zeiten hier eingemeißelten Schlangensymbole finden, das Zeichen für den Gott der Medizin Asklepios. Dieser Tempel begründete den Ruf Pergamons als medizinisches Zentrum der Region und von weit her kamen Menschen um hier bei Massagen, Schlammbädern und Kräutertinkturen wieder zu genesen. Auch hier gibt es noch ein altes römisches Theater und eine alte Bibliothek sowie Ruinen des Tempels des Telesphorus.
 

Da die Sehenswürdigkeiten teilweise kilometerweit voneinander entfernt liegen, empfiehlt es sich ein Taxi für eine Stadtfahrt zu mieten und sich zwischen den Sehenswürdigkeiten hin und her fahren zu lassen.